Ugra Scheuerprüfgerät

Das kostengünstige Gerät zur Kontrolle der Farbtrocknung

Werden zwei im Kontakt stehende Oberflächen gegeneinander verschoben, so nennt man diese Beanspruchung Scheuern. Der Begriff "Scheuerfestigkeit" hat die gleiche Bedeutung wie der vielfach angewandte Begriff «Abriebfestigkeit», wogegen die Wischfestigkeit und die Nassabriebfestigkeit mit der Scheuerfestigkeit nicht identisch sind. Eine unabdingbare Voraussetzung für die Prüfung der Scheuerfestigkeit von Drucken auf Papier und Karton ist, dass der zu prüfende Druck trocken ist.

Gerätebeschreibung

Scheuerprüfgerät 1.jpg

Das Gerät besteht im Wesentlichen aus vier Teilen. Dies sind:

  • ein Führungsrahmen mit aufgeschraubtem Zählwerk
  • der auf dem Führungsrahmen gleitende Scheuerschlitten
  • ein im Scheuerschlitten frei aufliegender Metallblock (Gewicht 500 g), dessen Unterseite mit einer Schaumgummiauflage versehen ist
  • eine glatte Unterlage, PVC-Platte (Format ca. 14 x 26 cm) als Scheuerbasis

Der Metalblock hat eine Fläche von 50 x 50 mm, die einen abschleifenden Druck von 2 mN/mm2 oder von 0.2 N/cm2 verursacht. Der Friktion Weg misst 2 x 10 cm pro doppelter Bewegung und wird automatisch durch das Zählwerk registriert.

Der Prüfvorgang

Vorbereitung der Probe

Normalerweise wird der zu prüfende Druck auf die Scheuerbasis gelegt, und als Gegenscheuerfläche wird unbedrucktes Papier mit dem Scheuerschlitten hin und her bewegt. Von diesem Prinzip sollte nur abgewichen werden, falls der zu prüfende Druck kleiner als
20 x 7 cm ist. Wichtig ist vor allem, dass die zu prüfende Druckprobe eine genügende Länge aufweist. Der Scheuerrahmen sollte mit seiner hinteren und vorderen gummi-bezogenen Auflagefläche auf dem Druck aufliegen, damit der Druck beim Scheuern nicht bewegt wird. Als Gegenscheuerfläche verwendet man üblicherweise unbedrucktes Papier aus dem zu prüfenden Auflagedruck. Dabei ist zu beachten, dass die richtige Papierseite gewählt wird. Im Normalfall handelt es sich dabei um die bedruckte Seite. Es kann aber auch vorkommen, dass das Verhalten der Papierrückseite gegenüber dem Druckbild interessiert, z.B. wenn die Scheuerverhältnisse im Stapel geprüft werden sollen.

Sofern aus dem zu prüfenden Druck keine genügend grosse unbedruckte Fläche herausgeschnitten werden kann, muss die Prüfung mit einem Vergleichspapier erfolgen. Alternativ kann ferner auch das Scheuerverhalten von Drucken gegeneinander interessieren.

Das als Gegenscheuerfläche verwendete Material sollte somit in jedem Fall genau spezifiziert werden.

Die Gegenscheuerfläche muss auf ein Format von mindestens 5.2 cm x 10 cm zugeschnitten werden. Wichtig ist vor allem, dass die Breite nicht geringer als 5.2 cm ist, da sonst die Gefahr besteht, dass die Schaumgummiauflage des Scheuerstempels mitscheuert.

Ausführung der Scheuerprüfung

Zunächst wird die zu prüfende Druckprobe auf die PVC-Platte gelegt. Eine Befestigung des Druckes ist nicht notwendig, da die Gummiauflage des Metallrahmens den Druck auf der Unterlage festhält. Dann wird die Gegenscheuerfläche mit der zu prüfenden Papierseite nach unten auf den Druck gelegt. Nun setzt man das Scheuergerät in der Weise auf den zu prüfenden Druck, dass der Scheuerstempel gerade die Gegenscheuerfläche bedeckt. Durch Drehen des Knopfes am Zählwerk wird das Zählwerk auf Null gestellt. Zur Ausführung der Scheuerprüfung wird der Geräterahmen mit der linken Hand an der vorderen Platte angedrückt. Mit der rechten Hand wird der Scheuerschlitten an den beiden grauen Griffstücken gehalten und zügig von Anschlag zu Anschlag bewegt.

Als Scheuerdauer wird eine Schubzahl von 20 empfohlen. Diese Standard-Schubzahl sollte bei jeder Prüfung und unabhängig von der Scheuerfestigkeit des zu prüfenden Druckes eingehalten werden. Damit wird gewährleistet, dass die Beurteilungsergebnisse mit früher durchgeführten Prüfungen oder mit Beurteilungen von anderen Gerätebenützern vergleichbar sind. Die Schubzahl 20 wurde so gewählt, dass sie zu einer angenähert vergleichbaren Einstufung bei andern Scheuergeräten führt, wenn bei diesen Geräten auch die nachfolgend angegebenen Werte für die Anpresskraft und die Scheuerdauer eingehalten werden:

Empfohlene Belastung und Scheuerdauer
Gerät Anpresskraft Dauer
Oser-Scheuerprüfer 625 g 5 Min.
Prpfbau-Quartant 610 g 100 Hübe
Sutherland-Gerät 1820 g 50 Hübe
PATRA (PIRA)-Gerät 430 g 200 Umdrehungen
Fogra-Gerät bei max. Hublänge 1000 g 100 Hübe
Huber-Scheuerschlitten 530 g 20 Hübe
Gerät nach Dr. Ruf 0.6 atp 20 Hübe
Scheuerprüfgerät 2.jpg Scheuerprüfgerät 3.jpg
Vorbereitung der Scheuerprüfung Ausführung der Scheuerprüfung
Auswertung der Scheuerprüfung

Das Resultat der Scheuerprüfung wird visuell beurteilt, wobei oft in erster Linie die Anfärbung der Gegenscheuerfläche interessiert. Unabhängig davon, ob nur die Gegenscheuerfläche oder zusätzlich auch die Scheuerprobe beurteilt wird,
sollte als Ergebnis der Scheuerprüfung eine einzige Bewertung resultieren, die auf einem dreistufigen Massstab basiert. Beim Bewertungsmassstab ist zu unterscheiden, ob für die Scheuerprüfung ein Bezugsmuster zur Verfügung steht oder nicht.

Steht ein Bezugsmuster zur Verfügung, so wird nach folgender Einstufung beurteilt:

  • besser
  • gleich
  • schlechter

Falls kein Bezugsmuster zur Verfügung steht, wird das Scheuerergebnis wie folgt eingestuft:

  • gut
  • genügend
  • schlecht

Jede Beurteilung der Scheuerfestigkeit sollte ferner von folgenden Angaben begleitet sein:

  • verwendetes Scheuergerät
  • Bezeichnung des geprüften Druckes
  • nähere Beschreibung der geprüften Probe (z.B. Vollton, Schrift, Autotypie usw.)
  • Bezeichnung der Gegenscheuerfläche (z.B. Auflagepapier, Papierseite usw.)
  • Anzahl geprüfte Proben
  • Anzahl Scheuerbewegungen oder Scheuerdauer
  • Prüfklima

Preis

Ugra Scheuerprüfgerät System Huber

CHF 999.00

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